Wir machen den Tierschutz-Job wirklich gerne. Die Arbeit mit den Katzen macht uns sehr viel Spaß und wir genießen die leuchtenden Augen, wenn sich unsere Schützlinge über unsere Anwesenheit freuen. Und dann kommen solche Tage: Vorgestern Nacht bekamen wir einen Anruf. Eine unserer Helferinnen hatte bei der Autofahrt im Augenwinkel eine rasche Bewegung bemerkt. Sie hielt an und fand an einem Feldrand, fernab von jeglicher Bebauung eine ganze Katzenfamilie, die zwischen ein paar einsam stehenden Bäumen unter Gehölz und Steinen ein Versteck suchten. Im Taschenlampenlicht leuchteten 5 kleine und ein großes Augenpaar. Es war eine hübsche helle Tricolore mit 5 Kitten, ca. 6 Wochen alt. Das Muttertier selbst wirkte noch recht jung. Es gelang der Helferin zwei Kitten einzufangen, dann waren die anderen verschwunden. Gestern sind wir dann in der Dunkelheit wieder an den Feldrand und konnten weitere zwei Kitten einfangen. Vom Muttertier und dem letzten Kitten fehlte leider jede Spur. Am Feldrand stand ein Hochsitz, der wohl von Jägern gern benutzt wurde. An den paar Bäumen waren frische Greifvogelspuren, ein Fuchs kreuzte unseren Weg. Gelegentlich fuhr ein Auto eilig vorbei. Kein Haus, keine Hütte weit und breit. Die Katzenfamilie ist sicherlich nicht von allein dort hin gelaufen, dafür wäre der Weg zu weit. Und wir fragen uns, WARUM? Warum setzt man eine Katzenfamilie an diesen einsamen Ort, der voller Gefahren ist. Vielleicht ist die Mutter bereits Abendessen für Fuchs oder Greifvogel geworden. Mit ihrem hellen Fell ist sie weithin sichtbar. Vielleicht hat auch ein Fuchs oder ein Greifvogel sie erwischt. Wir geben noch nicht auf und werden heute Abend in der Dämmerung wieder versuchen, eine Spur von ihr und dem letzten Kitten zu finden. Bitte drückt uns die Daumen, dass es klappt. Hier warten jetzt vier verwaiste Kitten auf Wärme und Pflege und natürlich auf ihre Mutti.