Nachruf auf einen Straßenkater:...

Nachruf auf einen Straßenkater:

Ich bin Moritz. Ich war ein Straßenkater, zumindest die letzten Jahre. Irgendwann war es einmal anders, da gab es eine liebende Hand und ein schönes Zuhause, aber das ist so lange her, dass ich gar nicht mehr weiß, wie ich es verloren hatte. So landete ich auf der Straße in einer schönen Ecke einer kleinen Stadt. Hier habe ich sogar einen Katzenfreund gefunden. Wir dösten tagsüber in der Sonne und abends suchten wir die verschiedenen Futterplätze der Umgebung auf. Mein Kumpel und ich, wir kannten sie alle. Besonders gefiel es uns bei zwei Häusern, hier wurde uns immer besonders lieb das Essen vor die Tür gestellt und bei der einen durfte ich bei schlechtem Wetter sogar mit rein. Mein Kumpel auch, und dann haben wir dort getobt, was das Zeug hält. Das war eine tolle Zeit. Manchmal lag ich auch einfach auf der Straße und habe gestaunt, wie viele Autos anhielten und mich von der Straße lockten, damit sie weiterfahren konnten. Das ging immer gut bis zu dem Tag, an dem ein Autofahrer nicht anhielt. Er hat mich erwischt und mir tat alles weh. So habe ich mich erst einmal verkrochen und kam erst sehr viel später wieder hervor. Mein Leben wurde anders. Ich humpelte stark und hatte Schmerzen. Die Menschen in meiner Umgebung versorgten mich zwar, aber an manchen Tagen war mir einfach alles zu viel. Ich blieb immer öfter und immer länger im Verborgenen. Schließlich magerte ich ab und konnte mich kaum noch auf den Beinen halten. Mein Kumpel war auch jetzt an meiner Seite, aber meine Tage waren scheinbar gezählt. Es fand sich sogar noch ein Platz in einer Oldie-Station, wo ich meinen letzten Tag verbrachte. Dort saß ich dann am späten Nachmittag wimmernd vor Schmerzen. Ich wurde eingepackt und in die Tierklinik gebracht. Alle waren sehr lieb zu mir und schickten mich schlafen. Es fühlte sich gut an, warm, geborgen und schmerzlos. Endlich ohne Schmerzen. Ich sah die Regenbogenbrücke, von der ich schon gehört hatte, und viele andere Katzen spielten und tobten dort umher. Ich lief schnell hin und tobte mit. Jetzt war ich ja frei. Nur eines fehlt mir: mein Kumpel Yellow. Mach`s gut, mein Freund, irgendwann sehen wir uns bestimmt wieder. Und sei versichert: Hier bin ich ohne Schmerzen und Autos gibt es hier auch nicht.
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