Eigentlich glauben wir nicht an Unglück am Freitag, den 13..

Eigentlich glauben wir nicht an Unglück am Freitag, den 13.. Aber gestern war wirklich ein Unglückstag, denn wir haben unseren Papa Katz verloren. Papa Katz wurde nur 8 Jahre alt. Und er hatte ein bewegtes Leben. Wir haben es die ganzen 8 Jahre begleitet. Seit 2016 versorgen wir eine Futterstelle in einem Gnoiener Kleingartengebiet. Es waren immer einmal mehr und auch weniger Katzen dort. Im Sommer 2017 saß in einem der anliegenden Kleingärten ein kleines Kitten mit viel weiß und ein paar schwarzen Punkten und Flecken. Es schaute uns beim Füttern zu und kam immer näher. Der kleine Kater passte noch durch den Maschendraht und besuchte bald die Futterstelle regelmäßig. Irgendwann muss etwas passiert sein, denn er reagierte misstrauisch und ängstlich, ließ sich nicht mehr anfassen. Wir kamen gar nicht mehr an ihn heran und er beobachtete uns nur noch aus der Ferne. Als er alt genug war, fand er Gefallen an zwei noch nicht kastrierten, sehr scheuen Katzendamen und wurde Vater von insgesamt 11 Kitten von zwei Kätzinnen. Das stellte uns vor eine große Aufgabe. Wir fingen Stück für Stück alle ein und ließen sie kastrieren. Die Futterstelle hatte damit 14 Katzen, die täglich von uns versorgt wurden. Einige seiner Kinder wurden zahm und wir konnten sie vermitteln, einige blieben dort. Seine beiden Frauen hielten ihm die Treue, obwohl sie alle kastriert waren und auch die letzten verbliebenen, scheuen Kinder blieben dort. Dann kam ein unglückliches Ostern und Papa Katz wurde von einem Hund schwer verletzt, er wurde direkt ins Gesicht gebissen. Der scheue Papa Katz ließ sich natürlich nicht so einfach einfangen, aber es kam Hilfe und wir konnten ihn zu einem Tierarzt bringen. Das war auch kein leichtes Unterfangen an einem Feiertag. Der Tierarzt räumte ihm kaum Überlebenschancen ein, operierte ihn aber trotzdem. Seine Schädelknochen waren verletzt, ebenso sein Auge und seine Nase. Nach erfolgter Operation war er von Narben übersät und wir brachten ihn ins nahe gelegene Katzenhaus. Dort sollte er sich etwas erholen. Er musste noch ein zweites Mal operiert werden und dann ging es mit ihm aufwärts. Bereits nach zwei Wochen ließen wir ihn wieder frei. Er ging schnurstracks zurück an seine Futterstelle zu seiner Familie. Wie froh waren wir, ihn nach ein paar Tagen wie gewohnt zur Fütterungszeit dort zu sehen. Danach änderte sich sein Verhalten und er fasste Vertrauen zu uns. Irgendwann lief er uns bis zum Katzengarten hinterher und blieb. Das ist jetzt ein paar Jahre her. Seine zwei Frauen und zwei seiner Kinder sind immer noch an der Futterstelle, doch Papa Katz wurde einer der "Häuptlinge" im Katzengarten. Wer uns im Katzenhaus besuchte, lernte ihn auch kennen. Er war der Kater mit den ganzen Narben im Gesicht, der uralt aussah. Vergangenen Winter kam er immer öfter ins Haus und schlief auch drinnen. Er wurde sehr ruhig und ließ sich plötzlich anfassen. Seit einigen Wochen wurde er immer dünner, er trank sehr viel und aß nicht mehr so gut. Er war sehr unruhig und lief viel unruhig hin und her. Wir gingen mit ihm zum Tierarzt, wir dachten, er hätte Probleme mit den Zähnen. Aber leider war es anders. Seine Nieren wollten nicht mehr richtig arbeiten. Ein paar Tage war er stationär am Tropf. Er schlief fast nur und wirkte apathisch. Noch vor dem Wochenende holten wir ihn wieder ins Katzenhaus. Wir hofften, dass er mit Medikamenten noch eine schöne Zeit haben könnte. Papa Katz kam wieder bei uns an, lief sein Revier ab und fraß aus jedem Napf. Wir freuten uns schon. Doch am nächsten Tag war er fürchterlich unruhig. Er lief immer an der Warbel entlang, als würde er den Weg zu seiner alten Futterstelle suchen. Doch die Brücke, die ihn einst zu uns führte, gab es nicht mehr. Danach wurde er sehr schwach auf der Straße gefunden. Er konnte kaum noch stehen und atmete sehr schwer. In der Tierklinik wurde dann festgestellt, dass sich seine Lunge mit Wasser gefüllt hatte. Wir ließen ihn schweren Herzens über die Regenbogenbrücke gehen. Das war am Freitag, d. 13.. Heute haben wir ihn nach Hause gebracht, an seine Futterstelle im Kleingartengebiet. Dort hat er jetzt seine Grabstelle und seine beiden Frauen und beiden verbliebenen Kinder haben ihn bereits besucht. Jetzt ist er wieder zuhause. Mach es gut, Papa Katz. Viel zu früh hast du uns verlassen. Nach dem schweren Angriff des Hundes hast du aber noch einige schöne Jahre erlebt. Dafür sind wir dankbar.