Aus aktuellem Anlass hier etwas zum Nachdenken: Am 27.

Aus aktuellem Anlass hier etwas zum Nachdenken: Am 27. Juni 21 erreichte uns ein Notruf. An der Autobahnzufahrt zur A20 bei Böhlendorf läuft eine Mutterkatze mit 2 ca. 8 Wochen alten Kitten nachts herum. Eine Helferin hatte sie schon ein paar Nächte beobachtet, kam aber nicht an sie heran. Wir machten uns am späteren Nachmittag dann mit mehreren Personen auf die Suche. Dort ist ein Platz für die Straßenmeisterei mit Unterschlupfmöglichkeiten, viel hohes Gras und Büsche. Dort schien sich die Mutter aufzuhalten. Leider fanden wir die kleine Familie nicht. Selbst die hinzugekommene Streunerhilfe Triebsees konnte sie nicht entdecken. Aufscheuchen wollten wir die Mutter auch nicht, da wir Angst hatten, dass sie auf die Autobahn läuft. Es blieben weiterhin die nächtlichen Sichtungen. Eine Helferin setzte sich mit Falle und Körbchen immer wieder nächtens an den Platz der Straßenmeisterei, aber einfangen ließ sie sich nicht. Sie lief stattdessen auf der Autobahnbrücke hin und her. Am 18. August lag dann eines der Kitten schwer verletzt an der Straße. Es war offensichtlich angefahren worden und wird jetzt im Katzenhaus Gnoien gesund gepflegt. Das Kitten ist zahm, schnurrt gern und ist verspielt. Es kennt offensichtlich Menschen, ist also kein Kind einer Streunerkatze. Von der Mutter mit dem verbliebenen Kitten blieben immer noch nur die nächtlichen Sichtungen. Alle Einfangversuche scheiterten, da wir auch nicht Gefahr laufen wollten, dass die Mutterkatze auf die Autobahn läuft. Am 11. September wurde nun die Mutterkatze totgefahren an der Autobahnbrücke gefunden. Von dem letzten Kitten fehlt seither jede Spur. Diese Geschichte macht uns sehr traurig. Die Mutterkatze war offensichtlich keine Streunerin, sonst hätte sie den Weg ins nächste Dorf gefunden und wäre nicht bei der Autobahn geblieben. An dem Platz an der Autobahn wurde sie vermutlich ausgesetzt, es war ja auch Urlaubszeit und der Platz ist mit dem Auto gut zu erreichen. Die Mutter hat sich mit ihren Kitten dort versteckt und vermutlich gewartet, ob sie wieder abgeholt wird. Bitte denkt nach. Wer sich ein Tier ins Haus holt, übernimmt damit eine lebenslängliche Verantwortung. Sie endet nicht beim nächsten Urlaub. Und selbst, wenn man sich von seinem Tier trennen muss, dann gibt es noch Tierpensionen, Tierheime, Auffangstationen. Ein Aussetzen an der Autobahn bedeutet für die Tiere den sicheren Tod. Ladet euch das nicht auf euer Gewissen. Run free, liebe Katzenmama. Wir kümmern uns um dein verletztes Kitten und vielleicht finden wir auch noch das andere.